Buchrezension #30 Mystral 1: Der Winter erwacht von C.L. Wilson


Bastei Lübbe
erschienen am 16. Juli 2015
385 Seiten


Preis:


Taschenbuch € 9,99, Kindle € 8,49


Klappentext:


Die Sommerprinzessin Chamsin kann nicht glauben, was ihr Vater von ihr verlangt: Sie soll Wynter Atrialan heiraten. Den Mann, der ihre geliebte Heimat mit einem grausamen Krieg überzog. Der das Reich durch seine Magie im ewigen Winter erstarren ließ. Und der jetzt als Tribut eine Sommerprinzessin fordert.

Niemals! Lieber stirbt sie, als ihn zu heiraten. Sie ahnt nicht, dass ihr Vater sie tatsächlich vor diese Wahl stellen wird ...

Meine Meinung:


Ich muss sagen, ich weiß nicht, was ich von dem Buch halten soll. Auf jeden Fall kann ich mich der großen Begeisterung leider nicht anschließen.

Ich wurde gleich mal im ersten Drittel überrascht. Ich hatte einen Fantasy-Roman erwartet und nach dem Klappentext sah es auch danach aus. Aber das Buch entpuppte sich eher als Erotikroman, was nicht so ganz meins ist. Gut gemacht, aber für mich ein bissl too much. Für jüngere Leser deswegen nicht zu empfehlen! Wenn das so verfilmt werden würde, ist der Film erst ab 18. Gegen Ende hin werden dann die Sexszenen aber weniger ausführlich beschrieben bzw. teilweise nur grad mal erwähnt. Ich würde sagen, es ist ein Fantasy-Roman mit einem kräftigen Schuss Erotik. ;-)

Ansonsten finde ich die Grundidee der Geschichte sehr gut, nur die Umsetzung hat mich nicht ganz überzeugt. 

Chamsin ist die jüngste Tochter des Sommerkönigs, König Verdan. Sie war mir von Anfang an sympathisch. Sie ist eine Rebellin und lässt sich nichts gefallen. Von ihrem Vater erfährt sie keine Liebe, da er ihr die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt. Ihre drei Schwestern, die die Beinamen Frühling, Sommer und Herbst haben, nehmen sie aber immer wieder vorm Vater in Schutz. Sie hat auch ein gutes Verhältnis zu ihrem älteren Bruder Milan. Chamsin ist eine Wettermagierin. Alle Könige von Sommergrund und ihre Nachkommen haben diese Fähigkeit, die aber bei manchen mehr, bei anderen weniger ausgeprägt ist. Chamsin hat eine sehr große Macht und kann Stürme herbeirufen und beherrschen, weswegen ihr Beiname Sturm ist. Sie hat aber ihre Macht nicht im Griff

Wynter, der König von Winterfels, wirkt anfangs sehr kalt und grausam. Er ist ein starker Krieger und kann den Winter heraufbeschwören. Unter seinen Blicken können Menschen erfrieren. In Wirklichkeit hat er aber einen weichen Kern unter seiner kalten, harten Schale. Trotzdem bleibt er mir rätselhaft. Manchmal ist er sehr zärtlich und fürsorglich zu Chamsin, dann wieder kalt und abweisend. Ich bin mit ihm nicht warm geworden. 

In manchen Rezensionen ist da von einer großen Liebesgeschichte die Rede. ACHTUNG SPOILER Chamsin wird zwangsweise mit dem Feind ihres Königreichs verheiratet. Wynter will nur eine Sommerprinzessin, weil er damit seinen Feind treffen will, so wie ihn der Tod seines Bruders und der "Diebstahl" seiner Verlobten verletzt hat. Wynter will nur einen Erben haben. Zwischen Chamsin und Wynter gibt es eine magische Anziehungskraft auf sexueller Ebene, aber das da die große Liebe ist, hätte ich jetzt nicht so empfunden. Sobald bei einem von beiden nur der kleinste Funke von Liebe zu spüren ist, wehren sie sich auch vehement dagegen, weil der andere ja noch immer der Feind ist. SPOILER ENDE

Anfangs war es sehr interessant. Man hat mehr über Chamsin und ihre Familie erfahren und war gespannt, was als nächstes passiert. ACHTUNG SPOILER Aber nach der Hochzeit wurde es langweilig. Die Reise nach Winterfels zieht sich dann sehr und es passiert nicht sehr viel. Auch dann im Schloss in Winterfels passiert nicht wirklich was. Chamsin versucht sich einzuleben, entdeckt das Schloss, und versucht mit den Winterländern, von denen die meisten sie nicht leiden können, zurechtzukommen. Da fehlt mir die Spannung, das plätschert nur so dahin. SPOILER ENDE

Das Buch hört dann praktisch mitten in der Handlung auf, wo es dann vielleicht wieder spannend werden würde. Im Englischen ist es nur ein Buch, wurde aber für die deutsche Übersetzung auf zwei Bücher aufgeteilt, was für mich ein bisschen nach Abkassieren schreit. Denn wenn man nicht ein halbes Buch gelesen haben will, muss man sich unbedingt den zweiten Band kaufen. 

Das Buch wird in der dritten Person abwechselnd aus Chamsins und Wynters Sicht erzählt. Man bekommt einen guten Einblick in die Gefühle und Gedanken der beiden. Der Schreibstil gefällt mir gut. Die Beschreibungen der Charaktere und der Orte finde ich sehr schön, aber vielleicht manchmal ein bissl zu detailliert. Das Buch ist gut und flüssig zu lesen. 

Mit den Sternen hab ich jetzt mein Problem. Ich bin eindeutig nicht "wynfiziert" worden. Ich hoffe auf den zweiten Band, vielleicht werde ich noch positiv überrascht.


Fazit:


Wer nicht so auf Erotik steht, sollte die Pfötchen davon lassen oder die Szenen überblättern, man würd auch nix versäumen. Gute Grundidee, leider wird es aber nach dem spannenden und vielversprechenden Anfang langweilig.

Ich gebe 3 von 5 Sternen.


Der zweite Band heißt Wenn der Sommer stirbt.


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