Montag, 20. März 2017

Buchrezension #123 Rat der Neun - Gezeichnet von Veronica Roth

cbt
erschienen am 17. Jänner 2017
600 Seiten

Preis:

gebunden € 19,99, Ebook € 15,99

Klappentext:

In einer Galaxie, in der Gewalt und Rache das Leben der Völker beherrschen, besitzt jeder Mensch eine besondere Lebensgabe, eine einzigartige Kraft, die seine Zukunft mitgestaltet. Doch nicht jeder profitiert von seiner Gabe …
Cyra ist die Schwester des brutalen Tyrannen Ryzek. Ihre Lebensgabe bedeutet Schmerz, aber auch Macht – was ihr Bruder gezielt gegen seine Feinde einsetzt. Doch Cyra ist mehr als bloß eine Waffe in Ryzeks Händen: Sie ist stark und viel klüger, als er denkt.
Akos stammt aus einem friedliebenden Volk und steht absolut loyal zu seiner Familie. Als Akos und sein Bruder von Ryzek gefangen genommen werden, trifft er auf Cyra. Er würde alles dafür tun, seinen Bruder zu retten und mit ihm zu fliehen, doch mächtige Feinde stehen ihm im Weg. Akos und Cyra müssen sich entscheiden: sich gegenseitig zu helfen oder zu zerstören …

Meine Meinung:

Die von Veronica Roth erschaffene Welt ist außergewöhnlich. Die Menschen bewohnen mehrere Planeten einer Galaxie.
Die Thuve sind ein friedliches Volk. Die Shotet, die sich auf demselben Planeten niedergelassen haben, sind ein wildes und brutales Volk und wollen den Planeten für sich beanspruchen. Ausgewählte Menschen bekommen eine Lebensgabe, die über ihr Schicksal bestimmt. Die Lebensgabe wird bei der Geburt von allen Orakeln vorhergesagt. Das Schicksal soll sich immer erfüllen.
Die Shotet folgen einmal im Jahr dem Stromfluss durch die Galaxie. Sie begeben sich auf Planetenreise, wie sie es nennen, und machen ihre Beutezüge. Shotet lieben Dinge, die andere Menschen wegwerfen. Für die Shotet ist das eine Tradition, etwas Religiöses.

Ich wusste, dass wir einzigartig waren - niemand sonst folgte wie wir dem Stromfluss durch die Galaxie, niemand sonst war so wenig an Ort und Eigentum gebunden wie wir.
Kapitel 3 , Seite 43

Der Einstieg war ziemlich schwierig. Ich musste mich erst ein bisschen einlesen und in der Welt der Autorin zurechtfinden. Der Leser wird mit sehr vielen Informationen überschüttet und es war für mich schwer, mir gleich ein Bild von der Welt zu machen. Ich musste mich auch erst an die komplizierten Namen und die neuen, von der Autorin erschaffenen Wörter gewöhnen, die teilweise richtige Zungenbrecher sind. Anfangs werden sehr viele Völker und Personen eingeführt, die aufgrund ihres Namens schwer zu behalten sind. Für den Anfang waren das etwas zu viele Informationen, und ich habe auch nicht alles gleich verstanden.

Die Geschichte beginnt mit dem Thuvesi Akos und seiner Familie. Er ist der jüngste von drei Geschwistern. Seine Mutter ist eines der Orakel. Er ist kämpferisch und lässt sich nichts gefallen.

Cyra ist eine Shotet. Zuerst erfährt man einiges aus ihrer Kindheit und dann geht die Geschichte weiter, als sie 16 Zeitläufe alt ist. Ihre Gabe ist Schmerz. Sie empfindet selbst dauernd Schmerzen und kann diese auch durch Berührung auf andere Menschen übertragen, weshalb sie für ihren Bruder Ryzek die größte Waffe ist. Cyra erträgt ihr Schicksal ziemlich gut. Trotz der Schmerzen, die Cyra andauernd ertragen muss, ist sie ein sehr starker Charakter. Sie ist schlau und hat ihren eigenen Kopf. Positiv aufgefallen ist mir, dass sie nicht dauernd wegen ihrer Schmerzen jammert und auch nicht nervig wird. Mir hat gut gefallen, wie sich Cyra im Laufe des Buches verändert.

Ich wurde gleichzeitig gefürchtet und verabscheut.
Kapitel 9, Seite 98

Ich war das Folterwerkzeug in seiner Hand, und wenn er mich ansah, dann war es, als würde er eine beeindruckende Waffe betrachten. Ich war nur eine scharfe Klinge für ihn, mehr nicht.
Kapitel 9, Seite 101

Veronica Roth schreibt zwar sehr detailreich, aber ich hatte vor allem am Anfang trotzdem Probleme, in ihre Welt hineinzufinden und mir alles vorzustellen.
Das Buch wird aus der Sicht von Cyra in der ersten Person und aus der Sicht von Akos in der dritten Person erzählt. Aufgrund des Erzählstils war es wesentlich einfacher, sich in Cyra hineinversetzen. Bei Akos ist mir das leider nicht so ganz gelungen, wurde aber im Laufe der Geschichte besser.

Du und ich, wir sind zu dem geworden, wozu man uns gemacht hat.
Kapitel 10, Seite 113

Nach dem schwierigen und informationsreichen Anfang war ich so zwischen Seite 120 und 150 dann endlich im Geschehen drinnen und konnte dem auch gut folgen. Leider habe ich über weite Strecken des Buches vergeblich gewartet, dass Spannung aufkommt. Die Geschichte ist nicht langweilig, aber sie plätschert so vor sich hin und konnte mich leider nicht fesseln. Ab etwa Seite 380 wurde es dann etwas spannend. Die überraschenden Wendungen haben mir gut gefallen, aber das Ganze hätte noch spannender gestaltet werden können. Richtig gepackt hat mich das Buch leider nicht.

Die Grundidee hat mir gut gefallen. Veronica Roth hat eine faszinierende Welt erschaffen, die gut durchdacht ist. Leider braucht man für den Einstieg ein bisschen länger und die Spannung hat mir leider sehr gefehlt. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, aber ich kann nicht von mir behaupten, dass ich dem Erscheinen der Fortsetzung entgegenfiebere.

Ich habe mich ziemlich lange durch die 600 Seiten gekämpft und wenn ich nicht gar so große Lust habe weiterzulesen, spricht das nicht unbedingt für das Buch.

Ich sah zum ersten Mal, wie dünn die Grenze zwischen Furcht und Liebe ist, zwischen Ehrerbietung und Bewunderung.
Kapitel 3, Seite 45

Weiche Herzen machen das Universum zu einem Ort, an dem es sich zu leben lohnt.
Kapitel 18, Seite 280


Fazit:

Tolle Grundidee, leider schwach und größtenteils ohne Spannung umgesetzt!

Ich gebe 3 von 5 Sternen.


Seite des Verlages

Seite der Autorin
 

Weitere Bücher von Veronica Roth, die ich bereits gelesen habe:

Kommentare:

  1. Schade, dass dich das Buch nicht überzeugen konnte.
    Es steht schon bei mir... aber wieder eine Reihe? Das nervt mich langsam :D
    Liebe Grüße
    Jasmin

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    1. Hallo Jasmin,

      meine Erwartungen waren leider zu hoch. Aber nur ein Zweiteiler dieses Mal.

      Danke für deinen Besuch!

      Alles Liebe
      Barbara

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