Buchrezension #134 Stadt der Intrigen von Christina Kovac

Buchrezension #134 Stadt der Intrigen von Christina Kovac

Penguin Verlag
erschienen am 10. April 2017
416 Seiten


Preis: 

Taschenbuch € 10,00, Ebook € 8,99


Klappentext: 

Der Weg zur Macht ist mit Lügen gepflastert
Washington, D.C. – Stadt der Macht, Stadt der Intrigen. In der von Männern beherrschten Nachrichtenwelt hat es Virginia Knightly als Fernsehjournalistin bis fast nach ganz oben geschafft. Sie ist talentiert, ehrgeizig, und sie hat eine Gabe: Wenn sie ein Bild einmal vor Augen hatte, vergisst sie es nie wieder. Als ihr das Foto einer verschwundenen Frau auf den Schreibtisch gelegt wird, weiß sie, dass sie diese schon einmal gesehen hat. Nur wo? Virginia beginnt zu recherchieren. Noch ahnt sie nicht, dass sie sich in Machtspiele verwickelt, die bis in die höchsten Ränge reichen – und die auch ihr Leben bedrohen.


Meine Meinung: 

Im Debütroman von Christina Kovac taucht man in die Welt der Medien ein. Die Autorin hat selber über 20 Jahre in der Branche, unter anderem bei NBC News, gearbeitet. Sie weiß also, worüber sie schreibt und wie es bei einem Fernsehsender zugeht.

Virginia Knightly ist eine ehrgeizige Journalistin. Sie ist gut in ihrem Job und liebt ihn über alles. Nach und nach lernt man sie im Laufe des Buches näher kennen.
Das Buch wird aus Virginias Sicht in der ersten Person erzählt. Virginia wird gut beschrieben. Ich konnte sehr gut in ihre Gedanken- und Gefühlswelt abtauchen und mich in sie hineinversetzen.
Virginias fotografisches Gedächtnis bringt die Geschichte ins Rollen und macht aus einer verschwunden Frau, einer von 10.000 Menschen, die jedes Jahr in Washington D.C. verschwinden, die Schlagzeile.

TV-Journalismus, das bedeutet, Geschichten zu erzählen und ich kann mir nicht Schöneres vorstellen, egal ob ich vor oder hinter der Kamera stehe.
Kapitel 2

Von den anderen Figuren erfährt man leider nicht allzu viel. Ihr Aussehen wird detailreich beschrieben, aber ihre Charaktere bleiben ziemlich blass. Da wäre ein bisschen mehr Tiefe schön gewesen.

Es war interessant, die Geschichte aus der Sicht einer Journalistin zu erleben. Der Leser kann einen Blick hinter die Kulissen der Fernsehkameras werfen und Virginia und ihr Team bei ihrer Arbeit begleiten. Es dreht sich alles um eine gute Story und Quoten. Virginia ist dauernd auf der Jagd nach der nächsten Sensationsmeldung, um ihre Chefs und die Zuschauer zufrieden zu stellen.

Man bleibt einfach dran, im Wissen darum, dass man eines Morgens das ganz große Ding gelandet haben kann, aber am selben Abend womöglich schon wieder um seine Karriere kämpfen muss.
Kapitel 2

Die Geschichte braucht sehr lange, bis sie endlich Fahrt aufnimmt. Ich war schon neugierig, was es mit dem Fall der verschwundenen Frau auf sich hat. In der ersten Hälfte hat mir die Spannung jedoch gefehlt. Es geht um Virginias Job und ihre Schwierigkeiten und um ihr Privatleben. Der Leser erfährt im Zuge dessen schon etwas über die verschwundene Frau, aber die Geschichte plätschert nur so dahin. Der Fall wird für mich zu nebensächlich behandelt. Die Kapitel über Virginias Privatleben helfen vielleicht dem Leser, sie besser zu verstehen, aber sie tragen nicht zum Weiterkommen der Handlung bei. Für mich haben Virginias Beziehungsprobleme nichts mit der Geschichte zu tun gehabt. Da hätte ich mir mehr über den Fall gewünscht.
Ab der Hälfte nimmt dann die Spannung zu. Leider wird der Fall dann aber auch ziemlich schnell und weit vor dem Ende des Buches aufgeklärt. Ich hatte aufgrund des Klappentextes gehofft, dass, wenn sich das Ganze schon so schnell klärt, Virginia dann zumindest noch länger braucht, um die Intrigen hinter dem Fall aufzudecken. Aber das war alles sehr schnell gelöst und es ging mit Virginias Leben weiter.

Ich mochte Geschichten, Storys über Menschen, ihre Fehlbarkeit, ihre Unberechenbarkeit, ihre Rätselhaftigkeit. Genau das faszinierte mich so an meinem Job: Bei Menschen wusste man nie, woran man wirklich war.
Kapitel 3

Die Autorin schreibt sehr detailreich, wodurch ich mir die Charaktere (was ihr Aussehen betrifft) und Handlungsorte gut vorstellen konnte. Das Buch ist flüssig zu lesen.

Das größte Manko war für mich die Spannung, die in der ersten Hälfte des Buches kaum vorhanden war. Das war mir zu wenig Thriller. Das ist eher ein Buch über eine Journalistin mit Thriller-Elementen. Gefesselt hat mich das Buch leider nicht.


Fazit: 

Für einen Thriller zu wenig Spannung, aber interessanter Ausflug hinter die Kulissen der Arbeit einer Journalistin!


Ich gebe 3 von 5 Sternen.



Buchrezension #134 Stadt der Intrigen von Christina Kovac

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