Buchezension #3 Die Stunde der Lilie und Die Nacht der Lilie von Sandra Regnier




Impress
erschienen am 7. August 2014 und am 6. August 2015
357 und 306 Seiten

Preis:

Ebook € 3,99
Klappentext für "Die Stunde der Lilie":

Es sollte ein gewöhnlicher Ausritt nach einem anstrengenden Schultag werden. Niemals hätte sich die sechzehnjährige Julia träumen lassen, dass es sie an der mit Lilien gesäumten Weggabelung aus dem Deutschland der Gegenwart ins Frankreich des 17. Jahrhunderts verschlagen würde. Und das ohne eine Möglichkeit der Rückkehr. Von einem Tag auf den anderen muss sich Julia den Sitten des Versailler Königshofes anpassen und zu allem Übel auch noch Französisch lernen. Glücklicherweise bekommt sie jedoch einen einflussreichen Vormund an die Seite gestellt: Etienne Flémont, den Grafen von Montsauvan. Ein Mann, der ihr Schicksal noch weitreich beeinflussen soll…


Klappentext für "Die Nacht der Lilie":

Seit Julia durch eine ungewollte Zeitreise an den Versailler Hof des 17. Jahrhunderts gesprungen ist, hat sich ihr Leben von Grund auf verändert. Neben dem ungewohnt höfischen Leben unter der Obhut des Grafen von Montsauvan ist sie nun als Mündel des Sonnenkönigs selbst anerkannt worden. Ein Schutz, der mehr Gefahren als Sonnenseiten in ihren Alltag bringt. Doch Julia ist fest entschlossen, das Beste aus ihrem Leben zu machen und sich auf eigene Beine zu stellen. Nach wie vor gibt sie die Hoffnung nicht auf, irgendwann wieder in ihre Gegenwart zurückkehren zu können. Um wie viel leichter wäre das aber, wenn ihre einst so unschuldige Zuneigung zum Grafen sich nicht mit jedem Tag vertiefen und verändern würde … Dies ist der zweite und letzte Band der Lilien-Reihe.


Meine Meinung:

Da es sich in dem Buch um eine Zeitreise handelt, hat es mich natürlich sofort angesprochen. 
 
Die sechzehnjährige Julia ist wirklich entzückend. Ich hab sie wirklich lieb gewonnen. Sie ist durch ihr Interesse für Geschichte nicht komplett hilflos, als sie im Frankreich des 17. Jahrhunderts landet. Ein bisschen unglaubwürdig wirkt, dass Julia zur Alleskönnerin mutiert. Vor allem, dass sie nach 2 Monaten perfekt französisch spricht, wo sie doch in der Schule in dieser Sprache eher eine Niete war. Genauso kann ich mir nicht vorstellen, das eine Sechzehnjährige so wenig Heimweh hat (da hätte ja ich mehr Heimweh). Aber das ist entschuldigt, es will ja auch keiner von einer Protagonistin lesen, die dauernd rumheult. Ich finde auch komisch, dass sie nicht öfter probiert, nach Hause zu kommen.
Etienne fand ich am Anfang ein bisschen unsympathisch. Er ist ihr strenger Lehrer, der ihr alles über das Leben am Hof beibringen soll. Aber er wurde mit jedem Kapitel immer liebenswerter und ist mir schließlich sehr ans Herz gewachsen. In meiner Vorstellung ist Etienne eine etwas jüngere Ausgabe von Hugh Jackman in "Kate & Leopold". ;-)


Geschichtlich fand ich das Buch sehr interessant, mit netten Hintergrundinformationen. Es wirkt alles sehr gut recherchiert (bin ja kein Experte auf dem Gebiet), auf historische Fehler weist Sandra Regnier am Ende des zweiten Buches hin und erklärt auch die handelnden Personen. Die französischen Namen fand ich teilweise recht schwierig (ich habe nie französisch gelernt), man kommt aber rein. Die Hinweise zur Aussprache wären schon am Anfang interessant gewesen.


Die Orte fand ich sehr gut beschrieben, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann.


Den Schreibstil fand ich anfangs etwas holprig. Ich finde, er ist dann im zweiten Band besser geworden, oder hat mich der Band dann mehr mitgerissen?  Das Buch ist in der 3. Person geschrieben, mir hätte da die Ich-Perspektive vielleicht noch besser gefallen, aber das ist Geschmackssache. Zwischen den Kapiteln, die aus Julias Sicht geschrieben sind, werden die Ereignisse von Madame de Sévigne in Briefen an ihre Tochter Madame de Grignan berichtet.


Das plötzliche Ende ist jedoch dann komisch. Da hätte ich mir irgendwie mehr erwartet. Die Auflösung war irgendwie zu schnell und nicht ganz glaubwürdig. Der Schluss lässt mehr Fragen offen, als er beantwortet, aber ich gehe mal davon aus, dass das beabsichtigt war. Vielleicht gibt es doch einmal einen dritten Teil?

Fazit:

Eine Zeitreise mit schönem geschichtlichen, gut recherchierten Hintergrund, schön beschriebenen Orten und einer sehr schönen Liebesgeschichte, die aber leider erst im zweiten Band so richtig los geht (ich will nicht zu viel verraten)! Auf jeden Fall eine gelungene Geschichte!

Ich gebe für „Die Stunde der Lilie“ 4 von 5 Sternen und für „Die Nacht der Lilie“ 4 von 5 Sternen.

 
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